Britische Darstellungen zum Krieg in Kamerun
 

In britischen Kriegsillustrierten wurden im Unterschied zu deutschen, nur sehr wenige künstlerische Darstellungen gebracht, hauptsächlich Fotos. So sind die beiden Bilder vom niederländischen Künstler Frédéric de Haenen in der „The illustrated War News“ (Nummer 35 vom 7.4.1915) schon ein besonderer Fund.
De Haenen wurde 1853 in Utrecht geboren, war länger in Frankreich für die Zeitschrift „L’Illustration“ tätig und zog um 1900 nach London. Dort fand er eine Anstellung als Afrika-Korrespondent, bereiste Zentralafrika und berichtete von den Zeiten der Kolonisierung. Seine Reisen führten ihn auch nach Russland, bis nach Sibirien. Es hieß, daß seine ausdruckstarken, detailreichen Bilder durch keine Fotografie erreicht wurden konnten.

 

 

Links: British Officer wounded during the combined British and French operations in the Camaroons. Rechts: French and sengalese troups defeating a german force at Edea in the Camaroons.

 

Zwei weitere Fundstücke, die eher zur Vervollständigung dienen, aber lange nicht die Qualität der Haenen-Bilder erreichen:

 

 

Links: Ein Beiboot der H.M.S. Cumberland dringt ins Küstendelta ein. Betitelt mit der hämischen Anspielung auf Deutschland als Hort der Kultur: „Capturing an „Outpost of Kultur“ in Kamerun“. (The Graphic vom 21.11.1914).
Rechts: Alliierte Offiziere verhandeln die Übergabe von Garua. Die Darstellung mit dem flatternden Unterhemd soll implizieren, daß weder Briten noch Franzosen eine weiße Fahne parat hatten, man hätte sich ja niemals ergeben (müssen). Aber wie sich der Offizier hinter dem Sengalesen versteckt und in Deckung geht, ist schon fast peinlich.

 

(The War illustrated vom 28.09.1915)

 

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